Betriebsstandort Alp Weissenstein (Bergün GR)

Die Einrichtungen auf der Alp Weissenstein erlauben die Forschung an Rindvieh jeglichen Alters und Geschlechts während der Sommermonate. Im Vordergrund stehen dabei die Auswirkungen der Höhe von 2'000 m ü. M. auf die Leistung der Tiere, die Qualität von Milch und Fleisch, den Futterverzehr, die Gesundheit und den Stoffwechsel der Tiere. Die Tiere können auf bestimmten Parzellen geweidet werden sowie im 12 Plätze umfassenden Anbindestall gehalten und gemolken werden. Für Forschungsfragen an Mutterkühen und deren Kälbern kann ein Tiefstreubereich im Stall eingerichtet werden.

Fotos und Impressionen

Fotos mit Drohne am 15. August 2017 von Thomas Widmer und aufgearbeitet von Malgorzata Sitnik. Weitere Fotos von Malgorzata Stinik vom 15. August 2017

Alp Weissenstein für die Forschung

Seit 1967 besitzt die ETH Zürich unterhalb des Albulapasses im Kanton Graubünden den Betriebsstandort Alp Weissenstein, deren Weiden auf einer Höhe von 1900 bis 2600 m ü.M. liegen. Die Forschungsstation verfügt über eine Alpfläche von 234 ha Eigenland und 200 ha Pachtland und bietet Sömmerungsmöglichkeiten für zirka 150 Grossvieheinheiten (Milchkühe, Mutterkühe, Jungvieh, Schafe und Pferde) während 75 - 80 Tagen. Die Betriebsgebäude, welche auf 2000 m ü.M. liegen, umfassen neben Wohnraum für Personal und Forschende, Stallungen für den Fall eines Kälteeinbruches mit Schneefall und Futterbergeräume. Im Weiteren bieten sie die Möglichkeit, Bilanzversuche mit Rindvieh im Stall durchzuführen, sowie Laboreinrichtungen zur Probenaufbereitung. Mobile Einrichtungen, wie z.B. ein fahrbarer Melkstand und Viehwaage, ermöglichen es, Experimente auf der Weide durchzuführen. Im Jahre 2015 wurde das Wohnhaus umfassend saniert und die Alp Weissenstein ins EDV-Netz der ETH Zürich integriert. Der Kuhstall wurde innen umgebaut um flexible Aufstallungssysteme für die Forschung zu bekommen. Der Stall ist mit einem Laufhof ergänzt worden um für den Laufstallteil einen Auslauf zu haben.

Die Forschungstätigkeit konzentriert sich auf alternative Nutzungsformen von Alpweiden in nachhaltigen Nutztiersystemen sowie die physiologischen und ökologischen Auswirkungen der Alpung. Forschungsprojekte werden an Milchkühen, Mutterkühen, Aufzuchtrindern und Schafen durchgeführt. Die Lage der Forschungsstation eröffnet auch hervorragende Möglichkeiten zum Studium der hochalpinen Vegetation, welche auf unterschiedlichen Böden (Muttergestein) wächst. In einem langjährigen Ansatz werden die Spurengasemissionen aus dem Grasland über den Jahresverlauf verfolgt.

Die Einrichtungen auf der Alp Weissenstein erlauben die Forschung an Rindern jeglichen Alters und Geschlechts während der Sommermonate. Im Vordergrund stehen dabei die Auswirkungen der Höhe von 2’000 m ü. M. auf die Leistung der Tiere, die Qualität von Milch und Fleisch, den Futterverzehr, die Gesundheit und den Stoffwechsel der Rinder. Die Tiere können auf bestimmten Parzellen geweidet werden sowie im 12 Plätze umfassenden Anbindestall gehalten und gemolken werden. Für Forschungsfragen an Mutterkühen und deren Kälbern kann ein Tiefstreubereich im Stall eingerichtet werden.

Überflug per Drohne

Aufnahme mit Drohne am 6. August 2017 von Thomas Widmer und aufgearbeitet von Malgorzata Sitnik und Joël Bérard.

Meilensteine

  • 800 n.Chr.: Erwähnung des Albula als wichtiger Übergang
  • 1654: Eröffnung erste Herberge auf Alp Weissenstein
  • 1695: Bergünersteig erbaut, erster Teil Albulapass
  • 1860: Erstellung der Ziegelei, heutige Sennerei (AWA)
  • 1860, Erstellung des Pferdestalles, heutiger Sommerstall (AWC)
  • 1866: Eröffnung Albulapass
  • 1871: Eröffnung Albula Hospiz
  • 1874: Eröffnung des jetzigen Alpgebäudes (AWD)
  • 1903: Eröffnung Albulatunnel
  • 1934: Kauf der Alp Weissenstein durch die Familie Caflisch
  • 1944: Melioration der Ebene und damit Trockenlegung des See's
  • 1967: Erwerb der Alp Weissenstein durch die Schweizerische Eidgenossenschaft zur Nutzung für die ETH Zürich als Forschungsalp
  • 1970: Erstellung der neuen Alpscheune (AWS)
  • 2006: Start mit Messstation Graslandwissenschaften
  • 2015: Modernisierung des Alpgebäudes, Anpassung Stalleinrichtungen in Alpscheune und Anbindung an die Hochgeschwindigkeitsdatenleitung
  • 2017: Übernahme der Betriebsführung durch den Strickhof im Rahmen der Kooperation AgroVet-Strickhof

Historisches zur Crap Alv

Der Übergang des Albula ist schon seit 800 nach Christus als wichtiger Übergang erwähnt. So sind frühe Verträge zur Offenhaltung des Überganges bekannt. Seit 1654 steht auf Crap Alv eine Herberge. Im Jahre 1695 wurde ein Teil der Passstrasse (Bergünersteig) gebaut. In den Jahren 1864-1866 wurde die Albulastrasse erstellt. 1874 wurde das derzeitige Haus der Crap Alv erbaut, welches als Gasthof und Pferdewechselstation diente. Bis zur Eröffnung des Passhospiz im Jahre 1871 war Crap Alv die einzige Raststätte zwischen Bergün und La Punt im Engadin.

Im Jahre 1903 wurde der Albulatunnel eröffnet, welcher von Preda mit der Bahn eine wintersichere Verbindung ins Bever-Tal und damit ins Engadin sicherte. Mit der Eröffnung der Bahn wurde der Postkutschenverkehr über den Albula aufgegeben und das veränderte die Nutzung des Hauses auf Crap Alv.

In der Folge änderten die Besitzverhältnisse der Alp Weissenstein mehrmals bis im Jahre 1934 die Alp durch die Familie Caflisch gekauft wurde, welche ab 1936 die Alp selbst bewirtschaftete. In der Zeit des 2. Weltkrieges wurden auf der Alp 70 Aaren Kartoffeln angebaut und Wiesland kultiviert. Im Jahre 1944 meliorierten 90 internierte Polen die Ebene. Bis im Jahre 1953 entstanden so aus dem See und Sumpfland 12 Hektaren wertvolles Wies- und Weideland. Seit dem Verkauf der Alp durch die Famile Caflisch im Jahre 1967 an die ETH Zürich, wird diese durch die ETH Zürich für die Forschung genutzt.

Spanned ist, dass das später als Käserei genutzte Gebäude als Ziegelfabrik in Crap Alv gebaut wurde und von 1860 bis 1875 als ebensolche genutzt wurde.

Bilddokumente unten sind von der Publikation von Christian Caflisch:

Weissenstein am Albula / Crap alv : 1654-1954

Bündner Monatsblatt : Zeitschrift für Bündner Geschichte, Landeskunde und Baukultur, 535863-2, 1011-6885, -, 1954, 2, 65 1954-02-01

Historische Bilder der Alp Weissenstein

Schafabtrieb von der Alp Val Zaffretta am 1. August 2017

Die Schafe werden einmal jährlich zur Kontrolle zum Alpbetrieb geholt und gehen danach wieder zurück auf die Schafweiden bis zum Alpabtrieb im Herbst.

Die Alp Weissenstein befindet sich am Albulapass:

AgroVet-Strickhof
Betriebsstandort Alp Weissenstein
Crap Alv
7482 Preda GR

Telefon: 081 256 55 84

Save the date 1. Juli 2019

Erste AgroVet-Strickhof Tagung

Präsentationen der im Jahr 2018 durchgeführten Forschungsarbeiten

Weitere Informationen

Swisscow 2018

Am Sonntag 28. Oktober 2018 fand auf dem Areal des AgroVet-Strickhof in Lindau ZH die Swisscow statt. Bei der vierten Austragung zeichnete Swissherdbook 375 Betriebe mit hervorragendem Management und/oder aussergewöhnlichen Zuchtkühen aus.

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